Verfasst von: 70tageweitweitweg | 22. Juni 2010

Von der kleinen zurück zur großen Insel…

Weitere drei Tage auf “Gili-T” (= Gili Trawangan) verliefen im angenehmen Alltags-Trott, bis wir uns dann doch dazu durchrangen, die Location nochmals zu wechseln und von der belebten Ostseite des Inselchens in den Norden umzogen. Dort war dann für zwei Tage fernab des “Dorftrubels” relaxen, baden und lesen angesagt. Die Bungalow-Anlage war so etwas wie luxuriös: Mit Air-Condition und Frischwasser – hat man selten auf den Gilis. Highlight dieser beiden völlig entspannten Tage waren die Sonnenuntergänge am Strand: Kleine Rattan-Lounge-Ecken wurden für die Sonnenanbeter durch den Strand bis ans Wasser geschliffen und in Richtung der untergehenden Sonne ausgerichtet. Da saß ich dann lesend mit meinem Sunset-Bintang und genoss den Sonnenuntergang zu Loungemusik oder Gitarrenklängen der Einheimischen. Herrlich.

 

Natürlich musste der letzte Abend auf den Gilis nochmal gebührend begossen werden, weshalb es dann nach einem grandiosen Dinner (Kasnock’n im österreichischen Restaurant der Insel!) Richtung Rudy’s – sozusagen meiner Insel-Stammkneipe – ging und dort nochmal die “letzten Drinks im Paradies” gemeinschaftlich genossen wurden.

 

Fast schon niedergeschlagen ging es am nächsten Tag mit dem Speed-Boot weg von den Inseln und zurück nach Bali. Ich verbrachte die gesamte Fahrt auf dem Sonnendeck (musste ja an meinem Teint arbeiten) und hatte dadurch das Glück, mich an einer Delfin-Kolonie zu erfreuen, die plötzlich wie aus dem Nichts auftauchte und eine Weile neben dem Boot herschwamm und immer wieder durch die Wellen sprang – wie im Kitsch-Film halt.

 

In Bali selbst bezogen wir wieder das gleiche Hotel wie in unserer ersten Nacht auf Bali, in Sanur. Für den nächsten Tag hatten wir auf Empfehlung der Tauchleute auf den Gilis nochmals einen Tauchgang vor Nusa Penida gebucht: Den Mantapoint. Und tatsächlich hatte ich hier dann im Vergleich zum eher hai-armen Sharkpoint viel mehr Glück: Insgesamt bekam ich ca. 20 Mantarochen zu sehen. Einfach unglaublich! Schon beim Abtauchen sah ich in der Tiefe unter mir einen rieeesigen schwarzen Fleck und plötzlich waren die Mantas überall: Neben mir kam einer angeschwommen und sah eher aus wie ein landendes Ufo, dann plötzlich zwei Mantas über mir, rechts, links, überall. Ich wusste gar nicht mehr, wo ich zuerst hinschauen sollte. Mit ca. 4 – 5 Metern Spannweite waren die Mantas auch nicht gerade klein und bewegten sich völlig anmutig, elegant und langsam gleitend durch die Tiefe. Wirklich ein ganz faszinierendes Erlebnis! Nach einem weiteren Tauchgang an einem Korallenriff ging es dann wieder zurück nach Sanur und am nächsten Tag dann weiter nach Kuta.

 

Kuta ist eine totale Touristenhochburg und kann man sich eigentlich getrost sparen, da allerdings in den Städten Balis so langsam die Hochsaison angefangen hat und es dann ohnehin egal ist, wo genau man übernachtet, wenn man tagsüber sowieso unterwegs ist, buchten wir uns in einer netten Bungalow-Anlage mit Pool und lecker Rührei zum Frühstück ein, um die letzten drei balinesischen Nächte dort zu verbringen. Tagsüber wagten wir uns doch dann tatsächlich daran, die mehr oder weniger nahe Umgebung mit dem Roller zu erkunden. Als Fußgänger kommt einem der Verkehr in den balinesischen Städten alptraumhaft vor, sitzt man selbst auf dem Roller, geht’s eigentlich. Die Indonesier scheren sich nämlich herzlich wenig darum, ob man jetzt auf der eigenen oder der Spur des “Nachbarn” fährt, die fahren einfach und lassen aber auch fahren (was wahrscheinlich das große Geheimnis daran ist, dass es funktioniert). Alles geht relativ gelassen zu, man verständigt sich halt und hat halt verstanden, dass jeder irgendwo hin möchte. Also lässt man ihn eben auch. Wo hingegen das Dasein als Fußgänger eher lebensgefährlich ist: Geht man z.B. Zigaretten kaufen, sieht das Prozedere wie folgt aus: 1 Minute für das Kaufen an sich, 5 Minuten um die Straße zu überqueren. Denn, auch wenn die Ampeln auf Rot stehen für die Fahrzeuge, heißt das noch lange nicht, dass man auch stehen bleiben muss. Die Balinesen sehen das eher so als Empfehlung. Und als Fußgänger sagt man sich “geh ich jetzt, oder nicht, oder doch?”

 

An den letzten beiden Tagen wurden also noch zwei Scooter-Touren hingelegt: Die erste an den Profi-Surfer-Strand Balis auf der südlichen Halbinsel Bukit, absolut beeindruckend mit Unmengen an Klippen, Steilfelsen und Höhlen und die zweite dann zu weiteren Stränden und einen angeblich spirituell unglaublich wichtigen Tempel, der für mich dann doch irgendwie aussah, wie jeder andere auch…

 

Zudem durfte natürlich das Relaxen am Strand, Bummeln durch die Touri-Shopping-Meile und das Gucken der WM-Spiele nicht vergessen werden. Lustigerweise waren wir abends immer verzweifelt auf der Suche nach einem Lokal, in dem Richtung Stimmung ist und sich mehr als drei Leute befinden (in Deutschland sucht man beim Public Viewing (vorausgesetzt, das Wetter spielt mit) ja eigentlich immer eher nach einem Lokal, in dem noch Platz ist…).

 

Und am wirklich letzten Abend wurde Bali natürlich gebührend verabschiedet und ich sagte “Tschüss” beim Sunset-Watching mit Bintang am Strand, bevor es dann in den Flieger Richtung Australien ging.

 

Terima kasih Bali für die schöne Zeit!

(13. – 22. Juni)


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